Das Jahr hat noch einen Tag und mein Urlaub noch neun. Heute morgen habe ich mich entschieden, was ich mit den restlichen Tagen nun machen will: Nix.
Ellora, Ajanta, Tempel, Hoehlen, Mumbai und Shopping – ich bleibe lieber hier am Strand. Meinen Trip nach Hampi (Eintrag folgt noch) habe ich zwar sehr genossen, aber nach den zwei Nachtbusfahrten kam ich mir wie bereits wie ein gewiefter Traveller vor. Morgens um 5:30 vom Nachtwaechter meines Compounds namentich angesprochen zu werden (Hey Steve, I've got your key) hat echte Heimatgefuehle ausgeloest, und meine Huette ist mir schon ans Herz gewachsen. Genauso uebrigens wie viele von den Leuten hier, die mich alle ganz interessiert nach meinen Erlebnissen in Hampi ausgefragt haben.
Fast wichtiger als Heimatgefuehle und noch mehr chill out ist mir aber der Yoga-Unterricht. Wer haette das gedacht, hm? Ich geh lieber noch ein paar Morgende bei Gopi auf die Matte (ich habe jetzt eine eigene Matte in einem schicken blauen Leinendings zum Umhaengen) als in Mumbai Geld fuer Bloedsinn auszugeben.
Tja, so sieht's aus.
Froehliche Weihnachten aus Palolem!
Ich hoffe, es geht allen so gut wie mir, obwohl das vielleicht gar kein so wohlmeinender Wunsch ist: Hier war die ganz Nacht Party, und ich habe durchgemacht und meine Flipflops durchgetanzt. Leicht angeschlagen, sozusagen.
Zum Dinner hatte ich mir gigantische Tiger Prawns gegoennt, und Ihr habt wahrscheinlich alle wieder Fondue gegessen.
Mein Trip nach Hampi war schön, aber ich bin froh, wieder am Strand zu sein. Zwei Fahrten mit dem Nachtbus haben mir deutlich gezeigt, dass ich dieses Jahr wirklich kein traveller bin: Dieser Tage hab ich's gern bequem.
Lustig war es natürlich trotzdem: Ich habe schon kurz nach dem Einsteigen in den Bus zwei nette junge Damen kennengelernt, die sich die gegenüberliegende Pritsche teilten. Rhiannon (Canada) und eine Australierin, deren Name ich erstaunlicherweise im Moment vergessen habe, die beide höchst beeindruckt von der gezielten Art und Weise waren, in der ich meine Hälfte der Schlafpritsche mit dem mitgebrachten Tuch bedeckte, meine Sachen verstaute, Wasser, Buch, Taschenlampe und Ohrenstöpsel bereitlegte.
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Fast mit der Sonne aufgestanden und um kurz nach sieben ein Kayak gemietet. Gemeinsam mit Anders aufs Meer rausgepaddelt.
Die See wie ein Tuch. In der grossen Stille hoert man deutlich, wenn die Delphine zum Atmen auftauchen: Erst ein leises Plaetschern, dann ein lautes Schnorcheln bevor drei Rueckenfinnen synchron wieder abtauchen.
Anders sagt, die Delphine haetten heute weniger gute Laune; sie wuerden nicht springen. Er hat mich zum Delphinekucken aus dem Bett geholt und fuehlt sich fuer meine gute Laune verantwortlich, die fuer ihn wohl mit der der Delphine zusammenhaengt.
»Springende Delphine kann ich mir naechstes mal ansehen« sage ich. Wieder sehe ich drei Rueckenfinnne ganz in meiner Naehe, es schnauft und schorchelt. »Mein Tag haette nicht besser starten koenen!« rufe ich ueber das Wasser.
Ich habe heute das erste mal in meinem Leben mit meiner Stirn meine Knie beruehrt – bei gestreckten Beinen!
»Oh! Your body is rresponding!«
Wieder rinnen mir Schweissperlen ins Auge, und es brennt. Allmaehlich aber gewoehne ich mich daran, und ausserdem haelt es mich davon ab, darueber nachzudenken, wie lange meine schmerzenden Handgelenke es noch machen werden.
»Push your belly forrwarrd. Look up!«
Mein Ruecken biegt sichnach hinten durch. Die Lendenwirbel melden sich mit einem leisen, aber insistenten, Ziehen.
»Put your head back more!«
Ich lege meinen Kopf noch weiter zurueck. Die Schweissperlen laufen nun am Auge vorbei, aber meien Arme beginnen zu zittern. Alle Sehnen und Baender meines Koerpers haben Maximaldehnung erreicht. Mir entfaehrt ein leichtes Grunzen. Reisst da gleich was?
»Now completely rrelax your body!«
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Meine taegliche to-do list:
- Fruehstueck am Strand
- geeignetes sun bed reklamieren & dortselbst lesen, Pfeife rauchen, sonnen
- baden, dabei jedesmal zu dem bereits erwaehnten Felsen rausschwimmen, 'raufklettern, Koepper
- duschen & siesta in meiner Huette, bei der ich den fleissigen indischen Arbeitern, die nebenan einen neuen compound aus dem Boden stampfen, beim haemmern, saegen & singen zuhoeren kann
- bei Sonnenuntergang die ganze Bucht hin & zurueck joggen, dann den Rest des Sonneuntergangs ansehen
- fein machen, Restaurant suchen
- zum Verdauen Zigarre rauchen
Ich habe in der Arabischen See gebadet, und geraucht habe ich auch schon!
Entweder bin ich sehr hungrig oder ich habe geradesoeben die besten Erdnuesse meines Lebens gegessen: Nut Temptations acapulco - Chili & Red Paprika.
Ich habe fast vier Stunden Aufenthalt in Helsinki, und im Transitbereich des Flughafens Helsinki Vantaa gibt es einen pseudo-englischen Pub, der Newcastle Brown Ale vom Fass ausschenkt, also bin ich zufrieden.
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