Apollo 5
22.01.2008
Heute vor 40 Jahren wurde die Mission Apollo 5 durchgeführt.
Apollo 5 war eine unbemannte Mission, doch trotzdem recht spannend: Wichtgstes Missionsziel war der erste Testflug des Lunar Module (Mondlandefähre hiess das in Deutschland, wenn ich mich recht erinnere) im Weltraum.
Am 22. Januar 1968 um 22:48:09 UTC startete die Saturn IB von Cape Canaveral in Florida. Die Saturn IB war eine Vorstufe der mächtigen Mondrakete Saturn V, die später die Apollo-Raumfähren in einer gewaltigen kontrollierten Explosion aus der Erdumlaufbahn hieven und auf den Weg zum Mond bringen sollte. Die Saturn IB war eine Variation der Saturn I mit einer leistungsfähigeren zweiten Stufe, die die Rakete befähigte, die Last des Lunar Module 1 in den Orbit zu bringen.
Die an diesem Tag verwendete Rakete hatte eigentlich bereits am 21. Februar 1967 zum Einsatz kommen sollen, doch der heute offiziell Apollo 1 benannte Plugs Out-Test ging schief: Es kam zu einem Kurzschluss, der ein Inferno in der mit reinem Sauerstoff befüllten Raumkapsel auslöste, in dessen Flammen die drei Astronauten Gus Grissom, Ed White und Roger B. Chaffee binnen weniger Sekunden ums Leben kamen.
Ursprünglich hatte die Mission acht Monate eher stattfinden sollen, doch es hatte erheblich Verzögerungen bei der Entwicklung der Mondlandefähre gegeben. Die Ingenieure bei Grumman waren aber nicht nur für die Verspätung von Apollo 5 verantwortlich, sondern auch für das Design des Missions-Emblems. Die mission patches für unbemannte Apollo-Missionen wurden von der NASA gestaltet, die für bemannte Missionen interessanterweise von den einzelnen Crews selbst.
Das Apollo 5-Emblem zeigt das Lunar Module ohne die spinnenbeinenartige Landevorrichtung, die für den Testflug nicht notwendig war, und die Flammen der beiden Antriebe für den geplanten fire in the hole-Test. Hierbei handelet es sich um die Zündung des Antriebs des oberen Teils der Mondlandefähre solange diese noch an den unteren Teil angedockt war. Zur Erinnerung: Nach einer Mondlandung bleibt der unter Teil der Fähre auf dem Mond zurück, während der obere Teil den Mond verlässt, um dann an die Kommandokapsel, die während der Dauer des Aufenthalts im Orbit des Mondes verbleibt, anzudocken. Die Kommandokapsel tritt dann den Rückflug zur Erde an.
Der fire in the hole-Test verlief, nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Landeantrieb, erfolgreich; Apollo 5 erreichte alle Missionsziele. Nach elf Stunden, zehn Minuten und vier Erdumkreisungen war die Mission zu Ende, und die beiden Hälften der Raumfähre wurden im Orbit sich selbst überlassen und fielen, soweit sie nicht bei Eintritt in die Atmossphäre verglühten, unweit von Guam in den Pazifik.
Apollo 5 war ein ein grosser Erfolg und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Mondlandung von Apollo 11 und der folgender Missionen.
Heute ist Apollo 5, genau wie der Rest des atemberaubenden Apollo-Programms, bestenfalls vergessen, schlimmstenfalls Teil einer infamen Verschwörung der perfiden US-amerikanischen Regierung zur Vortäuschung einer Mondlandung.
Sicherlich waren die gigantischen Anstrengungen der Apollo- (und Soyuz-) Mssionen vornehmlich politisch motiviert; nachdem sowohl der erste Satellit als auch der erste Mensch im Weltraum Soviets waren, sahen sich die USA im Zugzwang. Doch rein politisch hätte die Landung einer amerikanischen Sonde, wie sie anfänglich innerhalb der NASA diskutiert wurde, völlig ausgereicht, um einen roten Mond zu verhindern. Warum also ein bemannter Flug zum Mond?
»We choose to go to the moon and do these other things not because they are easy, but because they are hard«
–John F. Kennedy, 1962
22.01. | 19:50
Bjoern
Interessant und groß in Mode ist ja die Idee wieder auf den Mond zu fliegen, um Helium-3 abzubauen. Nach den vollmundigen Versprechungen einiger Ex-Raumfahrer scheint das unser Energieproblem zu lösen. Dass die crews ihre mission patches selbst kreieren konnten, ist erstaunlich. Unbedingt von der NASA anfordern: Die Sammlung aller von der NASA/anderen Offiziellen abgelehnten Entwürfe der mission patches. Da dürften einige Kleinode zu finden sein!
22.01. | 21:23
bruemmer
ein grosser befürworter des abbaus von helium-3 auf dem mond ist übrigens Harrison Hagan "Jack" Schmitt, der selbst mit Apollo 17 auf dem mond war und der den rekord für den längsten trip mit einem Lunar Rover, dem mondauto, hält (mehr als 35 km!). der verdacht liegt nah, dass er den trip nocheinmal machen möchte …
helium-3 wird bei der kernfusion eingesetzt, die sich ja anscheinend doch kontrollieren lässt. oder verwechsle ich das mit cold fusion?
mondbasis, mondauto, kernfusion - aufregende aussichten.
was die mission patches angeht: da werde ich mit sicherheit nocheinmal drauf zurück kommen!
22.01. | 23:09
Bjoern
Grade im Interstate gefunden: Die Sprechweise von: 12 + 144 + 20 + 3 Ö4 2 ¾¾¾¾¾¾¾¾ + (5 ´ 11) = 9 + 0 7
23.01. | 21:56
Holger
Ich kenne nur Sputnik. Ach ja, Juri Gagarin auch noch. Und der war "Kosmonaut" wollen wir auch nicht die Taikonauten vergessen. Sie haben ein Andenken ebenso verdient.
24.01. | 11:09
bruemmer
@holger: taikonaut - da musste ich ersteinmal kurz nachdenken obwohl der 1. taikonut keine 5 jahre her ist: 15. oktober 2003.
ob die dann schon ein andenken verdienen weiss ich nicht - anerkennung auf jeden fall. aber die apollo- & soyuz-missionen der 60er & 70er finde ich ungleich faszinierender als das shenzou-programm der VRC. ich kann mich noch dunkel an die missionen der 70er erinnern, & die nostalgie der alten bilder & filme ist unwiderstehlich.
ehrlich gesagt weiss ich wirklich nicht viel ueber das shenzou-programm, aber mal sehen, denn fuer dieses jahr ist ja shenzou 7 geplant: eine 3koepfige crew & EVA.